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Für das Recht auf Widerstand!

16. März 2002

Editorial

Diese unseren geschätzten Leserinnen und Lesern nun endlich vorliegende Dokumentation über die “Antiimperialistische Solidaritätsdelegation für Palästina” spiegelt trotz ihrer zugegebenen Unvollständigkeit und Unvollkommenheit dennoch den Charakter der Delegation in ihrer Breite wider. Sie wurde von der Antiimperialistischen Koordination (AIK) organisiert und geleitet, doch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren unterschiedlichster politischer Herkunft – was sich auch in der Unterschiedlichkeit der Positionen vor Ort ausdrückte. Auch die Redaktion der Broschüre fiel der AIK zu, wobei die Beiträge wiederum das Spektrum der Meinungen abdecken. Sie müssen nicht notwendigerweise den Standpunkt der Redaktion zum Ausdruck bringen und noch weniger jenen der einzelnen Teilnehmer.
Unsere unverrückbare gemeinsame Position ist die bedingungslose Unterstützung des Rechts des palästinensischen Volkes darauf, Widerstand mit dem Ziel der Selbstbestimmung zu leisten. Daher sind wir grundsätzlich mit allen gegen die zionistische Besetzung kämpfenden Organisationen solidarisch. Dennoch bleibt die Stellung zum islamistischen Widerstand nicht nur innerhalb unserer Delegation, sondern in der antiimperialistischen Bewegung im allgemeinen höchst kontroversiell, insbesondere nach der Ausrufung des amerikanischen Terrorkrieges gegen diese. Um der notwendigen Klärung dieser Frage Vorschub zu leisten drucken wir das Gespräch mit dem Islamischen Dschihad ab, mit dem die palästinensische Linke in enger Kooperation steht. Aus ähnlichen Motiven veröffentlichen wir auch ein Portrait der Selbstmordattentäterin Wafa´ Idris. Es hilft zu verstehen, dass diese extreme Methode des Widerstands nur an der Oberfläche religiös motiviert ist, sondern in Grunde eine politische Antwort auf eine extreme Form der Unterdrückung unter hochgradig ungünstigen Kräfteverhältnissen darstellt.
Indes ergeht unsere politische Unterstützung an die palästinensische Linke, insbesondere an die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP). So wurde auch die Idee der Antiimperialistischen Solidaritätsdelegation selbst gemeinsam mit der PFLP geboren und entwickelt, nämlich im August 2001 auf dem Antiimperialistischen Sommerlager in Assisi.
Die unternommene Reise hatte aber nicht nur den Zweck, der Intifada und ihren Organisationen unsere Solidarität sichtbar auszusprechen, sondern vor allem auch eine Solidaritätsbewegung in Europa und insbesondere in den deutschsprachigen Ländern aufzubauen und zu fördern – denn das ist tatsächlich die wichtigste Unterstützung, die wir zu geben vermögen.
Gerade in den Tagen, in denen diese abschließenden Zeilen geschrieben werden, müssen wir eine neue Eskalation des israelischen Terrors gegen die Palästinenser erleben, die Eskalation der Eskalation der Eskalation. Wir müssen den verzweifelten Widerstand des palästinensischen Volksaufstandes, der Intifada, als das verstehen, was er ist, nämlich als ein Hilfeschrei an die Welt. Je grausamer der letzte offene Kolonial- und Apartheidstaat der Erde gegen die ihrer Unterwerfung erbitterten Widerstand entgegensetzenden Palästinenser vorgeht, desto mehr muss unsere aktive Solidarität wachsen.

Antiimperialistische Koordination
Ende Februar 2002

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