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Der Volkswiderstand hat sich durchgesetzt!

11. August 2006

Editorial

Der Krieg Israels gegen den Libanon hat, wie auch die bis heute anhaltende kriegerische Eskalation gegen die palästinensischen Gebiete, erneut aufgezeigt, wie wenig Ernst es Israel mit dem Frieden im Nahen Osten ist. Im Gegenteil, aufs Neue beweist die israelische Regierung der ganzen Welt, dass sie sich nur auf Grundlage kriegerischer Aggressionen aufrecht erhalten kann.

Allerdings zeigt eben der jüngste Krieg gegen den Libanon, dass diese Politik Israels nicht aufgeht und nicht aufgehen kann. Ausgezogen um die Hizbullah in wenigen Tagen militärisch zu vernichten, willigt Israel nach mehr als vier Wochen und Tausenden von Toten, Hunderttausenden von Vertriebenen und einem in Schutt und Asche hinterlassenen Libanon in eine Waffenruhe ein, die nichts mit dem anfänglich ausgesprochenen Kriegsziel zu tun hat. Im Gegenteil. Die Hizbullah hat während der Kriegswochen ihre militärische Schlagkraft unter Beweis gestellt und geht zweifellos politisch gestärkt aus dem Krieg hervor. Nicht nur im Libanon hat sie auch für die nicht schiitischen Bevölkerungsteile glaubhaft bewiesen, dass Widerstand gegen die militärisch überlegene israelische Armee möglich ist. Das Durchhaltevermögen und letztlich der politische Sieg der Hizbullah hat große Bedeutung für die Massen des gesamten arabischen Raumes. Die Botschaft ist: Volkswiderstand ist möglich und mehr noch, er ist die einzige Form des Widerstandes, der angesichts der Unterwürfigkeit und Tatenlosigkeit der arabischen Regierungen zum Ziel führt.

Wir möchten unsere Leserinnen und Leser darauf hinweisen, dass der Großteil der Beiträge in der vorliegenden Nummer der Intifada noch vor dem Beschluss der Waffenruhe erstellt wurde. Sie reflektieren und analysieren daher die Situation im Libanon ohne Kenntnis desselbigen. Darüber hinaus bietet diese Nummer der Intifada Beiträge zu Palästina, dem Iran und dem Irak sowie zur Diskussion um den politischen Islam und die Frage von Antizionismus und Antisemitismus.

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