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Kosovo-Verhandlungen gescheitert: besser so!

3. Dezember 2007

EU-Expansion behindert und Marionettenregierung in Belgrad geschwächt

Der Westen hat die nationalen Konflikte innerhalb Jugoslawiens genutzt und angefacht, um einen Staat zu zerschlagen, der nicht nach seiner Pfeife zu tanzen bereit war. Jugoslawien war nicht nur ein Schurkenstaat, sondern mehr noch, letzter überlebender Staat in Europa, der aus einer Volksrevolution gegen den Imperialismus hervorgegangen war.

Jugoslawien war einzigartig insofern, als es – über einige Jahrzehnte erfolgreich – versucht hatte, die verschiedenen Kulturen, die durch die unterschiedlichen Kolonialmächte geprägt waren, zu einer neuen Nation zu vereinigen. Es war das Scheitern des Realsozialismus, das Jugoslawien schließlich das Genick brach und den Boden für die antijugoslawischen nationalistischen Haßprediger und ihre Hintermänner in den westlichen Staatskanzleien bereitete.

Nach wie vor steht die westliche Geschichtslüge hoch im Kurs, dass die Nato einen humanitären Krieg führte. Das ist leicht widerlegt: Warum hilft die Nato nicht den türkischen Kurden, eine der am härtesten unterdrückten Nation der Erde. Diese sind pauschal Terroristen wie die Palästinenser. Die Situation der Albaner im Kosovo war jedenfalls zu jedem Zeitpunkt besser als jene der türkischen Kurden.

Durch Auslösung von gegenseitigen Massakern in Kroatien, Bosnien und dem Kosovo und schließlich dem Angriffskrieg 1999 schaffte es die Nato schließlich in Belgrad ein höriges Regime zu installieren. Die Geschäfte laufen heute wie geschmiert, die österreichischen Banken sind in der pole position, Demokratie und Marktwirtschaft zeigen ihr Funktionieren durch die sich ständig erweiternde Kluft zwischen arm und reich. Also alles paletti, möchte man meinen.

Wenn da nicht die nationalistischen Geister wären, die der Westen nun nicht mehr los wird, obwohl er sie nicht mehr brauchen kann. Sowohl Serben als auch Albaner beanspruchen den Kosovo. Überantwortet der Imperator in Washington und seine europäischen Spießgesellen den Kosovo den Albanern, wie es sich abzuzeichnen scheint, gefährdet er seine Marionettenregierung in Belgrad und fordert überdies Moskau heraus. Macht er das nicht, so käme der Kosovo nicht zur Ruhe und bliebe Zentrum der Instabilität für den gesamten Balkan.

Der EU-Neokolonialismus steht also vor einem unlösbaren Problem und das ist gut so. Es hindert sie daran sich den ganzen Balkan einzuverleiben. Aber selbst das Ende des US-Reichs zugunsten einer multipolaren Welt würde an der Situation nichts ändern.

Denn: sowohl die serbischen als auch die albanischen Ansprüche auf den Kosovo sind legitim. Wir standen auf der Seite der Serben, weil sie sich gegen den vereinigten Imperialismus wandten, ohne jedoch den Albanern ihre prinzipiellen zu den Serben gleichwertigen Rechte aberkennen zu wollen. Akzeptiert der Westen die Abtrennung des Kosovo von Serbien, werden wir wieder auf der Seite des serbischen Volkes stehen, insofern es bereit ist, die westlichen Handlanger in Belgrad zu verjagen oder zumindest zu schwächen.

Eine wirkliche Lösung des Konflikts ist aber nur durch die Wiederbelebung des Geistes des Jugoslawismus bzw. der Balkanföderation möglich, wie sie nach dem Sieg der Partisanen gegen Nazi-Deutschland (sowohl der jugoslawischen als auch der albanischen) kurze Zeit als möglich erschien. Dieser Sieg ging einher mit dem Versuch der Behauptung der Selbständigkeit auch gegen den westlichen Imperialismus (gegen die Briten in Griechenland), sowie den imperialen Anspruch Moskaus (das Bulgarien und Albanien an der Beteiligung an der Balkanföderation hinderte).

Es ist noch ein langer Weg zum Frieden und zur Völkerverständigung am Balkan – vielleicht waren wir nie so weit weg wie heute nicht nur im Kosovo, sondern auch in Bosnien. Die Verständigung und eventuell mehr oder weniger lose Vereinigung ist jedenfalls nur möglich gegen die Interessen des Imperialismus, der die Konflikte immer für seine eigenen politischen und wirtschaftlichen Interessen zu nutzen versuchen wird.

Antiimperialisten (AIK)

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