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Solidaritätsreise zur tunesischen Revolution

1.-8. Oktober 2011

10. August 2011
Am 17. Dezember 2010 zündete Mohamed Bouazizi sich selbst an. Bouazizi war einer der vielen ausgebildeten Arbeitslosen in Tunesien, die ihre Existenz als Straßenhändler fristen und von der Polizei drangsaliert werden. Sein verzweifelter Protest zündete den Funken, der zu den Aufständen in der ganzen arabischen Welt führte.

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Doch nach der Vertreibung des Tyrannen hat sich an der sozialen Situation nicht viel geändert. Einige demokratische Grundrechte konnten durchgesetzt werden, doch tatsächliche Veränderungen sehen die Tunesier noch nicht. Zu groß ist das Elend, in dem eine Mehrheit zu leben gezwungen ist, während die alte Elite noch immer intakt ist. Die Forderung nach Gerechtigkeit wurde bisher völlig ignoriert. Die von der Polizei begangenen Verbrechen (hunderte Tote und tausende Verletzte) bleiben ungestraft.

Vergangenen März führte Sumud bereits eine Solidaritätsreise durch, bei der wir diese Realität begreifen konnten (im doppelten Wortsinn). Dabei wurde gemeinsam mit Khayma (arab. für Zelt, Symbol der Volksbewegung) eine Kampagne zur Unterstützung der Märtyrer der Revolution vereinbart. Khayma ist eine Basisassoziation in Kasserine, einem der Zentren der Revolte im besonders armen Südwesten des Landes. Es geht darum, den Toten und ihren Familien Gerechtigkeit zuteil werden zu lassen. Doch die engagierten Rechtsanwälte wollen bezahlt werden und auch den Familien muss materiell unter die Arme gegriffen werden.

Die Solidaritätsdelegation in der ersten Oktoberwoche wird uns nach Kasserine führen. Dort sind Treffen mit den Familien der Märtyrer, den Rechtsanwälten sowie verschiedenen Exponenten der Volksbewegung vorgesehen. Dann geht es auch nach Sidi Bouzid, wo wir die Familie und Freunde Mohamed Bouazizis treffen werden. In der Hauptstadt Tunis wird es Gelegenheit geben, sich mit den wichtigsten Kräften der Revolte auszutauschen, die sich derzeit auf die Wahlen zur Verfassungsgebenden Versammlung Ende Oktober vorbereiten. Doch auch hier legen die Übergangsregierung und die Kräfte des alten Regimes schon wieder Steine in den Weg. Neue Konflikte zeichnen sich ab, denn die Revolution steht erst an ihrem Anfang.

Alle, die die Situation besser verstehen, die ihrer Solidarität praktisch Ausdruck verleihen und auch etwas von ihrem Schwung nach Europa zurückbringen wollen, sind aufgefordert mitzukommen.

Details werden in den kommenden Wochen veröffentlicht werden.

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