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Ägypten: Revolution und Konterrevolution vor den Wahlen

20. August 2011

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Ende November finden in Ägypten Parlamentswahlen statt, über welche die ägyptische Opposition gespalten ist. Die revolutionären Kräfte, also die Basiskräfte des Jänneraufstands, sehen diese Wahlen als eine Farce des Regimes an, das versucht, sich im Bündnis mit den Moslembrüdern und den wirtschaftsliberalen Kräften wiederherzustellen. kritisieren den früh angesetzten Zeitpunkt und das Wahlsystem, das auf die Interessen der Großparteien maßgeschneidert ist. sind einerseits durch das verschärfte Parteiengesetz und andererseits durch die willkürliche Aufteilung der Wahlkreise praktisch ausgeschlossen. Auf der anderen Seite stehen die Moslembrüder und die liberalen Parteien, die in diesen Wahlen eine Möglichkeit sehen, wieder eine Regierung von Zivilisten zu bilden. Als großer Sieger werden erwartungsgemäß die Moslembrüder hervorgehen, die unter den Oppositionskräften die einzigen sind, die bereits über eine organisierte politische Infrastruktur verfügen.

Der bevorstehenden Wahlen ungeachtet, finden in Ägypten täglich politische und soziale Konfrontationen zwischen den unterschiedlichen Oppositionsgruppen und dem alten Regime statt. Fragen der Menschenrechte (weitere Todesfälle unter der Folter), die soziale Frage (Arbeiterstreiks trotz Streikverbot), die Frage der Säkularität (das Massaker von Maspero an protestierenden Kopten und der wachsende Einfluss salafitischer Kräfte) usw.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Arabischer Frühling“ und im Vorfeld der ägyptischen Wahlen lädt das Österreichisch-Arabische Kulturzentrum zu einer Diskussionsveranstaltung mit dem ägyptischen politischen Aktivisten Mohamad Waked, der sich auf Vortragstour in Österreich und Deutschland befindet.
Mohamad Waked ist Journalist, Anthropologe und langjähriger politischer Aktivist aus Ägypten. Er schreibt an einer Doktorarbeit über die internen Dynamiken des „Aid Business“ (dem Geschäft mit der Entwicklungshilfe) in Ägypten.
Er nahm im Jänner als Mitglied der linken Organisation „Revolutionäre Sozialisten“ und der demokratischen Initiative „Kifaya“ am Volksaufstand teil.

Heute ist er politisch als Mitbegründer der Plattform „Nationale Front für Gerechtigkeit und Freiheit“ tätig, einem Bündnis von politischen Aktivisten aus unterschiedlichen Spektren auf der Basis sozialer Gerechtigkeit, Demokratie und nationaler Souveränität. Er ist Mitherausgeber des Internetportals Jadaliyya (arab. für Dialektik). Dem österreichischen Publikum wurde er erstmals im Dokumentarfilm „Verboten“ (Österreichische Premiere im Oktober 2011) präsentiert, in dem Gespräche mit ihm und anderen Aktivisten von Kifaya unbewusst die letzten Monate vor dem Jänneraufstand dokumentieren.

Interview mit der deutschen Zeitung Junge Welt vom 21.05.2011.

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Datum:
20. August 2011
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