Bericht von der Kundgebung: Brotrevolte im Sudan

16.01.2019
Am 13. Jänner demonstrierten in Wien ca 100 Menschen, vorwiegend Sudanesen, in Solidarität mit der Volksrevolte gegen die Regierung Bashir. Im Vordergrund stand der Kampf gegen die Methoden der Diktatur und die Repression. Die Hauptforderung war der Rucktritt des Langzeitpräsidenten. „Dreißig Jahre sind genug!“
Kundgebung Wien in Solidarität mit dem sudanesischen Volksaufstand

Geleitet wurde die Kundgebung von der bekannten Menschenrechtsaktivistin Ishraga Mustafa Hamid. Zudem sprachen eine ganze Reihe von sudanesischen Aktivistinnen und Aktivisten.

Die Abgeordnete des Wiener Landtags, Faika el Nagashi von den Grünen, sprach von der Verpflichtung der EU sich gegen das Regime zu stellen. Sie wies auf die Verfolgung Bashirs durch den Internationalen Strafgerichtshof hin, woran man anknüpfen müsse.

Die Antiimperialistische Koordination hält das für gefährlich und die die falsche Richtung gehend. Das Tribunal dient immer dem Zentrum und ist immer gegen die Peripherie. Seine Funktion war und ist es, die westlichen militärischen Aggressionen zu legitimieren. Die USA selbst, die gefährlichste globale Macht, die den Frieden permanent gefährdet, hat sich selbst ausgenommen. Auch für den Krieg und die Besatzung des Iraks wird Washington nicht zur Rechenschaft gezogen.

Der Redner der AIK sprach dem sozialen und politischen Volksaufstand die Solidarität aus, fügte aber hinzu, dass es darum gehe eine politische Alternative zu unterstützen, die für Entwicklung eine demokratische und soziale Entwicklung sowie Selbständigkeit gegenüber dem Westen sorgen kann. Denn es ist die USA und die EU, die durch militärischen Druck und das globale Freihandelsregime jede selbstbestimmte Entwicklungsmöglichkeit blockieren.

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Zuschrift eines Lesers:

„Ich schätze Eure Arbeit wirklich, aber glaubt Ihr nicht, es müsse ein Ende haben mit Regime Change-Operationen, soweit sie vom Westen, dem "gut- wie dem schlecht-meinenden" ausgehen? Überlasst es den Völkern, sich mit ihren Diktatoren auseinanderzusetzen. Andernfalls wir das Ergebnis kennen: ein Diktator wird, nach dem Zerschlagen staatlicher Strukturen, eine ganze Reihe von Diktatoren folgen.“

AIK:

Das haben nicht wir organisiert, die rund hundert Leute waren von der sudanesischen Gemeinde in Wien, ganz in deinem Sinne selbstorganisiert. Wir haben nur geholfen es bekannt zu machen.

Zur Situation im Allgemeinen: Bashir ist immer wieder mit dem Imperialismus im Konflikt gestanden, ist aber keineswegs systematisch antiimperialistisch. Heute wird er von Ägypten und dem Golf gestützt, den engsten Verbündeten der USA und des Westens.

Allen Berichten zu Folge, handelt es sich um die größte soziale Bewegung der Unterklassen seit einem halben Jahrhundert. Zudem hat der Sudan mehr als viele andere arabische Staaten eine linke, soziale und sozialrevolutionäre Tradition. Klar, es gibt immer die Gefahr, dass Bewegungen scheitern und proimperialistische Kräfte die Oberhand bekommen. Darum ist es von entscheidender Wichtigkeit, dass sich eine demokratische, soziale und antiimperialistische Alternative herausbildet. Deren Stimmen muss man verstärken und unterstützen.

Wenn man das Volk aber demobilisiert, dann ist der Sieg des Imperialismus und seiner lokalen Helfer sicher, in welcher konkreten Form auch immer.

 

Verweise