Partisanen-Kundgebung zum „Tag der Befreiung“ Italiens in Rom

07.05.2019
Von T. Kukovec
Solidarität mit Palästina kein Tabu
Am 25.4.2019, dem „Tag der Befreiung“ Italiens, gab es wie jedes Jahr eine von A.N.P.I., dem „Kameradschaftsbund“ italienischer Partisanen, organisierte Gedenkkundgebung im historischen Zentrum Roms. Unter dem Gesang des alten Partisanenliedes „Bella Ciao“, wurden unter tobenden Jubel und Applaus von weit über 10.000 Teilnehmern, die letzten noch lebenden Partisanen bei ihrem Aufmarsch wie Rockstars empfangen, wo selbst Virginia Raggi, in ihrer Funktion als Bürgermeisterin von Rom, die Partisanen und die „Resistenza“ auf der Bühne als Ausdruck italienischer Identität und Demokratie hochleben lies.
 
Auf der Kundgebung wurde nicht nur auf vergangene Partisanenkämpfe hingewiesen, sondern auch auf heutige und dabei wurde auch ganz klar die Solidarität mit den Palästinensern in den besetzten Gebieten und Flüchtlingslagern bekräftigt. Vorangegangene Diskrepanzen mit der comunità ebraiche (äquiv. israelitische Kultusgemeinde) in Rom, die A.N.P.I. deshalb antisemitische Tendenzen vorwarf, wurden von den Veranstaltern jedoch zurückgewiesen (siehe: https://www.ilfoglio.it/cronache/2019/04/25/video/a-roma-l-anpi-sfila-al-grido-palestina-libera-251423/). Solidarität mit Palästina ist in Italien selbst unter den radikalsten Linksliberalen kein Widerspruch zu den Werten einer antifaschistischen Grundhaltung.
 
Dass selbst Amnesty International Chef Kumi Naidoo sowie Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu, beides Protagonisten des südafrikanischen Antiapartheidskampfes, offen BDS unterstützen, reicht wohl auch nicht, um in Österreich darüber wieder kritisch denken und debattieren zu dürfen. Aus nüchterner Distanz betrachtet, tatsächlich eine traurige Entwicklung, nicht nur auf politischer, sondern auch auf zivilgesellschaftlicher Ebene...
 
 
Verweise