Intifada Nr. 1

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20 Jahre ist es nun her, dass die erste Ausgabe der Zeitschrift Intifada erschien. Wir sind bemüht die Ausgaben als Archiv der Solidarität mit Palästina Schritt für Schritt hier zugänglich zu machen. Die 1. Ausgabe der Zeitschrift macht hier den Anfang.
 
Intifada Nummer 1, Dezember 2000
Überblick über die Geschichte
 
Es ist schwierig, die jetzige Situation im Palästina zu besprechen, ohne einiges über den historischen Hintergrund zu wissen, besonders nach  dem falschen Bild, dass seit der Entstehung des Staates Israel durch die westlichen Medien gegeben wurde, um die Identität eines Volkes und den Namen eines Landes zu löschen. Daher ist es unvermeidlich, am Anfang diese kleine geschichtliche Zusammenfassung vorzustellen.
 
In Palästina sind die ersten Zivilisationen der Welt entstanden. Alleine die Stadt Jericho ist 9000 Jahre alt und gilt als die älteste Stadt der Welt. Mehrere Völker kreuzten sich in Palästina und mehrere Zivilisationen sind entstanden und untergegangen.
 
Das Volk in Palästina ist ein Produkt der Zusammenkunft mehrerer Völker und „Rassen“, wobei sich die Religionen über die Geschichte gewechselt haben. Am Ende des sechsten Jahrhundert stand die arabisch sprechenden Bevölkerung unter der Herrschaft des Oströmischen Reiches. Der Einmarsch des Islams aus der arabischen Insel galt als Befreiung von der Kolonialmacht. Die arabische Bevölkerung Palästinas bestand seit damals aus Moslems, Christen und Juden, die auf Basis von Toleranz und Koexistenz  zusammengelebt haben. Die erste europäische Koloniale Welle kam mit den Kreuzzügen (1096 bis 1270) und versenkten das Land in einem Blutbad. Die arabischen Moslems, Christen und Juden bekämpften gemeinsam die Aggressoren. Das durch die langen Kriege zermürbte Gebiet fiel ab 1516 unter türkischer Herrschaft, die bis 1916 dauerte. Schon am Anfang neunzehnten Jahrhundert fingen die Europäischen Kolonialmächte an, Gedanken zu machen, wie sie den veralteten schwachen osmanischen Reich unter sich teilen. Napoleon machte nach seinem gescheiterten Feldzug in Ägypten und Syrien den Vorschlag, einen jüdischen Staat in Palästina zu implantieren.
 
1897: Der Zionistische Kongress beschließt in Basel, daran zu arbeiten, einen Staat für die Juden der Welt in Palästina zu errichten. Es werden Kontakte mit den Kolonialmächten aufgenommen. Die jüdische Einwanderung ins Land wird gestartet.
 
1916: Arabischer Aufstand gegen die türkische Herrschaft. Mit Hilfe Englands erheben sich die Araber gegen das damals mit Deutschland alliierte türkische Reich, nachdem ihnen ein unabhängiger gesamtarabischer Staat versprochen wurde. England, Frankreich und Zar- Russland führten jedoch Geheimverhandlungen durch, um die türkische Erbe unter sich zu teilen.
 
1917: Ende der türkischen Herrschaft im arabischen „Nahen Osten“. Arabische Regierung in Syrien. England besetzt Palästina, Ostjordanien, Irak und die Golfstaaten. England verspricht den Juden, einen Staat für sie in Palästina zu schaffen, was später die "Balfour -Deklaration" heißen wird.
 
1920: Konferenz von St.Rimo. Frankreich und England, als Gewinner des ersten Weltkrieges, teilen das Gebiet auf. Französisches Mandat in Syrien und Libanon, englisches Mandat in Palästina , Jordanien und Irak:.Haganah , die militärische Untergrundorganisation der jüdischer Siedler, wird aufgestellt.
 
1920-1936: Wachsende jüdische Einwanderung aus Europa mit englischer Unterstützung.
 
1935: Issidin al-Qassam gründet die erste palästinensische Untergrundorganisation. Wird später in einem Zusammenstoß mit der englischer Armee erschossen.
 
1936-1939: Großer Aufstand im ganzen Land gegen die englische Besatzung und die steigende jüdische Einwanderung. Die englische Besatzungsmacht reagiert mit massiver Repression gegenüber den Arabern und bildet eine jüdische Paramiltäroganisation.
 
1939: Anfang des zweiten  Weltkrieges. Palästinenser stellen den Aufstand ein nach englischen Versprechungen und arabischer Vermittlung. Massive jüdische Einwanderung aus Europa als Folge des Holocausts.
 
1947 -1948: Englische Armee zieht ab. Palästinensisch-jüdische Zusammenstöße. Juden erklären die Gründung des Staates Israel. Die arabischen Armeen, die schwach bewaffnet und englisch kontrolliert waren, ziehen ein. Juden verüben Massaker an der zivilen  Bevölkerung. Terrorisierte unbewaffnete palästinensische  Massen ergreifen  die Flucht. Das Ergebnis ist eine totale Niederlage für die arabischen Armeen und eine Million palästinensische Flüchtlinge in den Umgebungsländern. Staat Israel wird auf mehr als 75% von Palästina errichtet. Westjordanland  wird von Jordanien annektiert und Gaza-Streifen kommt unter ägyptische Verwaltung. Die Flüchtlinge leben
seit damals in den Lagern und ihr Anzahl ist heute auf 4,9 Millionen gewachsen.
 
1964: Die arabische Liga gründet die PLO als politische Vertretung der Palästinenser.
 
1965: Palästinenser  gründen die Untergrundorganisation Al-Fatah. Anfang der palästinensischen Guerilla-Operationen.
 
1967: Der sechs -Tage-Krieg: Israel erobert in einem Blitzangriff  Westjordanland, Gaza-Streifen, die Golan -Höhen und Sinai und Ost-Jerusalem
 
1968: Palästinensische Guerillaorganisationen verstärken sich in der palästinensischen Flüchtlingsbevölkerung in den Umgebungsländern. Arafat wird zum  Sprecher von Al-Fatah ernannt. Al-Fatah übernimmt die Kontrolle über die PLO.
 
1970: Der schwarze September: Palästinensische Organisationen verlieren die Konfrontation mit der jordanischen Regierung. Die PLO-Truppen werden aus Jordanien vertrieben.
 
1973: Oktober-Krieg. Ein Teilsieg für Ägypten und Syrien gegen Israel . Nach dem Waffenstillstand sagt der ägyptische Präsident Anwar Sadat einer politischen Lösung zu.
 
1974: Arafat hält Rede vor der UNO. Der erste palästinensische Auftritt bei der UNO.
 
1979: Ägypten erkennt Israel an und die israelischen Truppen starten ihren Abzug aus der Sinai Halbinsel. Israel lehnt Gespräche mit der PLO ab.
 
1982: Israelische Armee stürmt den Libanon um die PLO-Truppen zu vernichten. 90000 Toten, meist Zivilisten. Nach drei Monaten Krieg verlassen 8000 palästinensische Kämpfer Beirut und verteilen sich in verschiedenen arabischen Ländern. Israelische Armee und rechtgerichteten libanesischen Milizen errichten Massaker in den palästinensischen Flüchtlingslagern. Ariel Sharon wird Verantwortlich für das Massaker gesprochen.
 
1987:  Intifada. Aufstand im Westjordanland und Gaza. Jugendliche und Kinder des Westjordanland und Gaza greifen zu den Steinen und demonstrieren gegen die israelische Besetzung. "Wir werden ihnen die Knochen brechen", betonte der damalige israelische Verteidigungsminister Rabin. In den folgenden 6 Jahren werden mehr als 1500 Menschen (meistens Minderjährige) erschossen und Tausende verletzt.
 
1988: Arafat erklärt den Palästinenserstaat. Israel lehnt Verhandlungen mit der PLO ab.
 
1991: Der Golfkrieg und das Verfallen der Sowjetunion brachten eine große politische Niederlage für die PLO. Tausende Palästinenser wurden aus den Golfstaaten vertrieben. Erste direkte israelisch-palästinensische Verhandlungen in Madrid. Parallel liefen Geheimverhandlungen in Oslo zwischen der PLO und Israel.
 
1993: Oslo Abkommen. Die PLO erkennt Israel an. Israel erkennt der PLO als Vertreter der Palästinenser in den „Gebieten“. Autonomie für die Palästinenser in den besetzten Gebieten als eine Übergangsperiode. Einmarsch der PLO-Truppen in die Städte von Westjordanland und Gaza. Das Problem der Flüchtlinge, der jüdischen  Siedlungen und Jerusalem wurden dabei nicht diskutiert und auf die Verhandlungen über das Endstatus verschoben.
 
1994: Israel und die PLO unterzeichneten ein Abkommen über die Anatomie im Gaza-Streifen und in Jericho, ein radikaler Israeli „Baurch Goldstein“ erschießt 29 Palästinenser in Hebron
 
1995 Rabin und Arafat unterzeichnen Abkommen über das Westjordanland
 
1998 Wye-Abkommen zwischen Israel und Palästina Israels Premier Benjanim Netanjahu verzögert die Ausführung durch immer neue Bedingungen
 
1999 Arafat kündigt an, einen palästinensischen Staat auszurufen.
 
2000 Seit 28. September kämpfen Palästinensische Jugendliche und Kinder verzweifelt mit primitiven Waffen gegen die größte Militärmaschinerie im Nahen Osten und fordern: Bedingungsloser Abzug der zionistischen Besatzungsmacht aus Palästina
 
 
Tod des amerikanischen Friedens
 
Mit den Beginn der neuen Intifada in Palästina am Ende September 2000 nimmt der Konflikt zwischen den Palästinensern und den Zionisten eine neue Qualität. Die konventionellen, wenn auch brutalen Methoden „Israels“ zur Niederschlagung des palästinensischen Aufständen sind heuer zu offenem Krieg mit Panzer und Hubschrauber geworden, wo a la americana die „strategischen Ziele“ wie Strom- und Wasserversorgung zerstört werden. Während in der bürgerlichen Medien die Konflikt auf „Gewaltausbruch“ zwischen Juden und Muslime reduziert wird, der „unbedingt“ durch Friedensverhandlungen zu unterbinden ist, bleiben die Ursachen und der historische Hintergrund verdrängt, denn diese stehen nur als Hürde vor jeden Versuch, den amerikanischen Friedensplan auf die Region aufzuzwingen.

Das Oslo-Abkommen, von der USA als einzige Weltherrschaft diktiert, enthielt den Verzicht der PLO, die nach dem zweiten Golfkrieg  und dem Verfall des Sowjetunions geschwächt und isoliert wurde, auf den 1948 besetzten Teil Palästinas auf dem der Staat „Israel“ gegründet wurde (75% des Landes) gegen die Anerkennung der PLO als „ Vertreter der Palästinenser in den im Jahr 1967 besetzten Gebieten“ und Autonomie für die Palästinenser in den großen Städte als Übergangsperiode.  Arafat unterzeichnete und sein Team mussten Bedingungen akzeptieren, die im Wortschatz der palästinensischen Bewegung nie zuvor vorgekommen sind. Der Vertrag war ein Produkt von Geheimverhandlungen und wurde der Zentralkomitee und dem Nationalkongress nach der Unterzeichnung in Washington als Fait Accomplis vorgelegt, was den Rücktritt der Hälfte der Zentralkomitee der PLO, teilweise Gründer der Fatah, erklärt.

Trotz der Ungerechtigkeit und der Illegitimität eines solchen Abkommens, das drei viertel der Palästinenser (die 1948 vertriebenen) ausschließt, liefert das Abkommen selbst keine Garantien and die Palästinenser von Westjordanland und Gaza, das die Hauptfragen, also der Staat, Jerusalem, die Siedlungen, das Wasser und sogar der Grenzen verschoben wurden. Diese Fragen, die schon damals nicht gelöst werden konnten, stehen heute noch auf der Verhandlungsagenda, wo sie aufgrund des unbalancierten Machtverhältnisses nur zu ungunsten der Palästinenser „gelöst“ werden können. Wir werden im folgenden erklären, wie diese Kernfragen genauer untersuchen, denn in diesen Fragen steckt der Grund der jetzigen und jeder weiteren Eskalation in Palästina und in der arabischen Welt.

 
Jerusalem
 
Beim Krieg von 1948 besetzten  die Zionisten dreiviertel der Stadt Jerusalem. Es blieb den Arabern den östlichen Teil, der ein Teil der Altstadt inkludiert und unter jordanischer Kontrolle blieb. Eine Woche nach der Besatzung des Ostteils 1967 annektierte „Israel“ diesen und erklärte Jerusalem als „die vereinigte Hauptstadt Israels“. Als erstes wurde der Magharbeh- Viertel, der gleich am Westmauer der Aqsa- Moschee (alias Klagemauer) gesprengt und die Bewohner aus Jerusalem vertrieben.  Dann unternahm „Israel“ eine Reihe von Maßnahmen, um die arabische Identität der Stadt zu löschen. Tausende arabische Familien wurden aus der Stadt vertrieben und durch jüdische ersetzt. Den übrigen Arabern wurden die Baugenehmigungen verweigert, und der Nachwuchs musste in die Umgebung umziehen, wo man nach 6 Monaten den Status eines Jerusalem- Einwohners verliert und für den die Militärgesetze vom besetztem Westjordanland gelten. Alte arabische Häuser werden wegen „Fehlen von Baugenehmigung“ abgerissen und durch Wohnhäuser für jüdische Familien ersetzt. Das Projekt „Großjerusalem“ dehnte die Fläche der Stadt aus, um ein drittel des Westjordanlands zu inkludieren und der arabische Viertel wurde dadurch mit einem Gürtel jüdischer Siedlungen umzingelt und vom restlichen Westjordanland isoliert.
 
Beim Oslo-Abkommen wurde jede Diskussion über Jerusalem verschoben und „Israel“ setzte ihre Politik der „Judaisierung“ der Stadt fort. Bei den letzten Verhandlungen wurde den Palästinensern nur ein Teil der umliegenden Dörfer angeboten, wo sie ihr Haupstadt errichten sollen und Alquds nennen können (arab. Für Jerusalem)!
 
Die Siedlungen
 
Die Lösung der Siedlugensproblem wurde ebenfalls auf die Endstatusverhandlungen verschoben. „Israel“ versprach dabei, den weiteren Bau einzustellen. Später behauptete die isr. Regierung, dies gelte nicht für „Jerusalem“ und das Jordantal und der Siedlungsgürtel um die Stadt wurde verdichtet. Die Regierung Netanjahus setzte den Bau allgemein fort und die Flächen der Siedlungen wurden fast verdoppelt.  
 
Die beim Abkommen vereinbarten  "sichren Strassen" zu den Kolonien (Siedlungen) führten zu weiteren Landkonfiszierungen, um ein Autobahnverbindungen zwischen den Siedlungen und "Israel" zu errichten. Es sind Hunderte Hektare arabischer Ackerländer auf der Weise verloren gegangen, und diesmal mit der Zustimmung der PLO. Dieser Straßennetz zerstückelte das arabische Westjordanland in isolierte Ghettos und verstärkte die radikalen Siedler. Schlimmer war es im Gaza Streifen, wo 4000 Siedler ein drittel des Gebiets besitzen und verfügen über die meisten Wasserquellen, während sich 1,5 Millionen Araber auf dem weniger fruchtbaren Rest häufen. Die Siedlung Nezzarim spaltet das schmale Streifen in 2 Teilen. Die Siedlungen enthalten die radikalsten Elemente in der zionistischen Gesellschaft, die sowieso das Oslo- Abkommen ablehnen und ein eigenes Miliz gegründet haben. Geschützt durch die reguläre Armee stellen sie eine akute Drohung für die ganze Bevölkerung in den Gebieten dar.
 
 
Die Flüchtlinge
 
Der Krieg von 1948 und die Massaker, die die zionistischen Banden an die arabische Bevölkerung errichtet haben, löste eine Fluchtwelle in die Umgebungsländer aus. Eine Million Palästinenser verloren dabei Gut und Habe und musste in Flüchtlingslager leben. Heute leben ca. 4 Millionen Palästinenser im Exil; meist noch immer in den Lagern. Die UNO- Resolution 194 fordert das Rückkehrrecht für die Palästinenser; „Israel“ lehnt diese jedoch ab, erklärt sich für das Problem nichtverantwortlich und sieht sein Lösung in einem internationalen Entschädigungsfond. Die Mehrheit der Flüchtlinge beharrt auf dam Rückkehrrecht und ist bereit, den Kampf wiederaufzunehmen. 
 
Die wirtschaftliche Lage
 
Um dieses Abkommen in der palästinensischen Strasse (die sich beim Kampf mehr erwartet hatte) zu vermarkten, wurden viele politische Versprechen gemacht, die vom Vertrag eigentlich nie garantiert waren und sich durch weiteren Entwicklungen als Lügen herausgestellt haben. Auch das Versprechen vom wirtschaftlichen Wohlstand stellte sich als Lüge heraus, denn die Korruption der neuen Behörde wurde zu einem zusätzlichen Last für die Palästinenser neben dem Alltag unter der Besatzung, an dem sich nichts geändert hat. Die israelische Kontrolle über die Grenzen macht die Gebiete von der israelischen Wirtschaft abhängig. Das Import/Expot von Waren und Geld muss noch über israelische Kanäle laufen, was neben der Bürokratie der Autonomiebehörde jedes Investment in den Gebieten unrentable macht. Auf der anderen Seite zogen die sieben lokalen Banken der Bevölkerung das Geld und investierten es im Ausland und weigern es (als Unternehmer), Kredite für Projekte in den Gebieten zu geben.  Der palästinensische Markt ist völlig auf die israelischen Produkte angewiesen, nachdem der Großteil der lokalen Industrie seit dem Oslo- Abkommen in Konkurs gegangen ist. Die Haupteinkommensquelle neben der EU- Gelder ist die Arbeit in den israelischen Betrieben, die unter ausbeuterischen Bedingungen läuft. Bei den Abriegelungen der Gebiete steigt die Arbeitslosigkeit auf 30% im Westjordanland und 70% in Gaza.
 
 
Das war eine kurze Zusammenfassung der Situation nach dem Oslo- Abkommen und die derzeit brennenden Fragen. Wenn der Besuch Sharons der Zünder der letzten Zornwelle war, ist dies der Tropfen, der den Fass zum Überlaufen brachte. Der Alltag der Palästinenser, der mit einer Reihe von Demütigungen, Ungerechtigkeiten und Repressionsmaßnahmen erfüllt ist, macht das Gebiet zu einem Pulverfass, der zu noch größeren  Explosionen als die jetzige fähig ist.     

 

Wo ist eigentlich die Aqsa-Moschee?
 
Der Felsendom mit seiner goldenen Kuppel wir durch die Medien „irrtümlicherweise“ als die Aqsa- Moschee bezeichnet. Die meisten Nichtmuslime wissen nicht mehr, was und wo eigentlich die Aqsa- Moschee ist, da das Bild vom Felsendom, das ca. 100 Meter entfernt von Al-Aqsa liegt, im Gedächtnis von jedem eingeprägt ist.

Es handelt sich hier nicht um ein „Irrtum“ der Medien, oder um die architektonische Schönheit des Felsendoms, sonders um eine systematische Arbeit der zionistischen Medien, die Aqsa- Moschee aus dem Gedächtnis zu löschen, um die Weltöffentlichkeit im Falle deren Zerstörung und der Errichtung des angeblichen Tempel zu täuschen. Es reicht hier zu wissen, dass die westliche Mauer der Moschee ohne irgendeine historische Grundlage als der Rest des zweiten Tempels bezeichnet wird und von den Zionisten und den Medien „Klagemauer“ genannt wird. Schon in der ersten Woche nach der Besatzung des östlichen Teils Jerusalems wurde das Magharbe- Viertel, die westlich von der Moschee liegt zerstört und ihre Bewohner vertrieben. Die Einwohner hatten wenige Stunden Zeit, ihre Häuser zu verlassen. Ein israelischer Offizier, der an der Aktion beteiligt war, gab später zu, dass viele Menschen in ihren Häusern geblieben waren und erklärte, wie sie die Leichen heimlich begruben. Dort wurden ein Parkplatz und der breite Hof vor dem „Klagemauer“ errichtet.

Zionistische Attentate Auf die Aqsa- Moschee

 Am 21 August 1968 setzte ein fanatischer Zionist die Moschee in Brand und ein Drittel der Moschee wurde ernst beschädigt. Der Täter kam wegen „psychischer Probleme“ unbestraft davon.  Es hat danach Duzente Versuche jüdisch extremistischer Gruppen gegeben, in die Moschee einzudringen, um „das Fundamentstein des Tempels“ zu legen,  bzw. die Moschee zu sprengen. Die hebräische Zeitung Haaretz veröffentlichte am 31.12.1997 ein Zitat des Oberrabi der zionistischen Armee, wo er nach der Besatzung im 1967 verlangte, „100 Kilogramm Sprengstoff in die Aqsa zu bringen, um diese auf ewig loszuwerden“ 

Langfristige Pläne

Die gefährlichste Bedrohung für die Aqsa heute liegt in den Ausgrabungen, die unter den Fundamenten des Haram- Gebiet stattfinden. Um auf irgendeinen Spur des angeblichen Solomon- Tempel zu kommen. Die Ausgrabungen laufen direkt unter der Aqsa- moschee und dem Felsendom in mehreren Richtungen und in großen Längen und Breiten. Dies verursacht eine Lockerungen in den Fundamenten, was zu einem Sturz des Gebäude bei dem nächsten leichten bis mittelstarken Erdbeben führen wird. Diese Tatsache bestätigte sogar ein Dokumentarfilm des israelischen Fernsehen selbst der besagte, dass die Region Erdbebenaktiv ist und dass die Moschee der nächste Erdbeben überleben wird. Währenddessen beireiten sich nicht nur die Extremisten, sondern auch die Regierung selbst für den Ba des „dritten Tempel“ auf den Ruinen der Aqsa. Zum Beispiel wollte der Ex-Premierminister Netanyahu im Dezember 1996 den griechisch orthodoxen Patriarch von Jerusalem ein silbernes Modell der Altstadt schenken, wo ein Plan des Tempel auf der Stelle der Aqsa gesetzt ist.  

Entarabisierung der Stadt

Beim Oslo- Abkommen von 1993 ist die Frage von Jerusalem nicht behandelt und auf die Verhandlungen über den Endstatus verschoben worden. Seit damals arbeitet die israelische Regierung hysterisch daran, die Anzahl der palästinensischen “Einwohner” zu minimieren und die arabische Identität der Stadt zu löschen, um eine Fait Accompli bei den Verhandlungen über die Endlösung darzustellen, welche die Rückgabe der Stadt an die Palästinenser, die Jerusalem als die Hauptstadt eines künftigen Staates beanspruchen, zu verunmöglichen.

Nebenan verbietet die Besatzungsmacht der Mehrheit der Palästinenser nach Jerusalem zu fahren und  das Haram- Gebiet zu betreten. Die Vertreibungspolitik, die schon mit der Besatzung Ostjerusalems angefangen hat, wurde in den Jahren nach dem Oslo- Abkommen stark intensiviert. Während Tausende Familien aus der Stadt vertrieben wurden, verweigert der Staat den gebliebenen jede Baugenehmigung und verbietet sogar die Renovierung der alten Häuser, um diese später abzureißen und deren Bewohner aus der Stadt zu jagen. So wurden nur von 1996 bis März 1999 die Identitätskarten (also der Status eines Jerusalem- Bewohner) von 2083 Palästinenser entzogen, die dadurch aus ihrer Stadt vertrieben wurden.

 
Stoppt das Massaker in Palästina!
 
Bedingungsloser Abzug der zionistischen Besatzungsmacht aus allen arabischen Gebieten!
 
Für das Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes!
 
Für das Recht auf Rückkehr aller palästinensischen Flüchtlinge!
 

Antimperialistische Koordination gegen die Globalisierung

Im Sommer 2000 haben sich in Assisi/Italien mehr als 70 Organisationen - Protestgruppen von Seattle, kolumbianische Guerilleros, palästinensische und libanesische Antiimperialisten, linke Grüne, baskische und sardische Unabhängigkeitsbewegungen, indische und pakistanische Kommunisten - getroffen, um einen ersten Schritt zu versuchen, das internationale Lager der Globalisierungsgegner zu organisieren. Unsere Strukturen sind vorerst bescheiden, aber vielversprechend: eine gemeinsame Internetseite zur Diskussion, Information und Mobilisierung sowie ein neues, noch breiteres Treffen aller Globalisierungsgegner in Assisi im August 2001.

Alle Globalisierungsgegner, die einen unversöhnlichen Kampf für die soziale Befreiung vom Kapitalismus führen und auch alle andern kämpfenden Völker und Bewegungen als gleichberechtigt Verbündete respektieren, laden wir ein, sich an dem Aufbau dieses Projekts von Assisi zu beteiligen und Assisi im Sommer 2001 wieder zu einem internationalen Treffpunkt gegen die Globalisierung zu machen.

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