Lockdown gegen Ungeimpfte isoliert auch kleine Kinder

17.11.2021
Ein anonymes Fallbeispiel
Ich bin Mutter von drei Kindern, drei sehr aufgeweckten neugierigen Kindern. Mein Mann ist geimpft, ich bin ungeimpft. Ich bin hauptverantwortlich für das Freizeitprogramm der Kinder, wie das in vielen Familien eine Person vermehrt übernimmt.
Soziale Schäden des Lockdowns
Meine Kinder sind nun defacto im Teil-Lockdown, weil ich darf sie nirgends hinbegleiten und sie sind noch zu klein, um selbst z.B. in der Umkleide Eislaufschuhe anzuziehen. Mein Mann muss nun natürlich mehr Wege als sonst übernehmen z.B. einen IKEA Besuch wahrnehmen, um den Umbau, den wir schon lange vorhaben zu planen oder meine Kinder wo es möglich ist in Freizeiteinrichtungen zu begleiten, aber er kann nicht alles übernehmen. Manchmal kenne ich mich mit den Regelungen nicht aus, aber ich definiere mich nicht klar als „ungeimpft“ sondern als zur Zeit nicht geimpft und möchte dann auch nicht zum Geschäft gehen und nachfragen ob nun Winterschuhe für meinen Sohn kaufen in familäre Pflichten fällt und ich damit in eine Ausnahmeregelung falle, mich mit meinen Kindern vor die Bücherei stellen und warten bis jemand mir meine Bücher (vorwiegend Kinderbücher) abnimmt. Ich will nicht, dass meine Kinder, auch wenn sie prinzipiell wissen, dass ich zur Zeit im Lockdown bin, so diskriminiert werde, dass ich in diese Orte nicht eintreten darf, nur weil ich mich persönlich nicht in der Risikogruppe sehe und seit der Pandemie noch viel mehr als davor um einen gesunden Lebensstil bemühe und meine Bedenken der Impfung gegenüber noch nicht ausgeräumt wurden. Ich hinterfrage die Handlungen der Politik schon lange nicht mehr. Ich weiß, sie müssen manchmal schnell handeln und es mag nicht immer alles sinnvoll sein, aber mit dieser Regelung bestrafen sie meine Kinder für meine Unsicherheit der Impfung gegenüber. Ich bin weder für noch gegen die Impfung. Ich bin für ausgewogene Maßnahmen die Schaden und Nutzen gegenüberstellen. Ich habe mich sehr stark an die Maßnahmen gehalten auch wenn ich nicht alles verstanden habe. Nun fühle ich nicht nur mich diskriminiert in meiner Unsicherheit sondern auch meine Kinder dafür bestraft.
 
Ich spreche hier anonym, weil ich fürchte die Reaktionen. Ich fürchte mich meine nicht sehr festgelegte Meinung auszusprechen, weil sie nicht ganz der Mainstream – Geschichte entspricht und ich das Gefühl vermittelt bekomme, ich darf zur Zeit eigentlich nur eine Meinung haben.